Beispiel Nummer eins: Der Klassiker. Ein Fahrkartenautomat der Wiener Linien, mit dem gefährlichen Bluescreen. Warum muß heute eigentlich überall Windows drinnen sein? Achja ich habs vergessen, wir brauchen ja die multimedialen Spezialfähigkeiten dieses Betriebssystems. Oder einfacher gesagt: Bequem ists, weil man nicht selber die Verantwortung für die Fehler übernehmen muß. Aber Fahrscheine verkaufen sie deswegen auch nicht mehr damit:

Beispiel Nummer zwei: Protestaktion. Oder einfach nur Frust? Oder Langeweile? Wir wissen es nicht. Aber eins ist klar, der Schaumbecher hat eine neue Anwendungsdomäne gefunden. (Für alle, die mit den Automaten der Telekom nicht vertraut sind: dort wo der Schaumbecher steckt, ist normalerweise die Webcam für die tolle multimediale Erfahrung oder dumme Profilbilder in diversen Ego-Seiten). Empfiehlt sich auch für das unerkannte Beheben am Bankomaten, falls man grad keine Hand frei hat, die Kamera zuzuhalten:


Dazu ist noch zu sagen, daß die Fehlermeldung, die man am Foto nicht gut erkennt, sinngemäß lautet: ich hab keinen Netzwerk-Anschluß. Wir wissen nicht, ob es die Folge der Schaumbecher-Attacke war oder der Grund. Spannende Was-wäre-wenn-Spielchen könnten jetzt stattfinden.
Resumee: Es stellt sich die Frage, ab welchem Punkt der Technisierung wir so viele Geräte um uns haben, daß wir ihre Anwesenheit bereits als feindlich oder bedrohlich empfinden. Im Falle des Fahrkarten-Automaten wäre die Bedrohung vielleicht am Schwarzkappler ausgelassen worden, der einen dann ohne Fahrschein erwischt. Im Falle des sinnfreien Webterminals fällt mir keine Bedrohung ein. Außer die, daß man ständig überall mit Kameras beobachtet wird. Doch 1984?
FL