Toll daß die EU uns das Energielabel für Haushaltsgeräte geschenkt hat. Der Konsument kann mit den Buchstaben A bis G und den Ampelfarben selber bestimmen, wieviel Öko er gerne hätte. Was aber wenn ein Gerät weniger Energie verbraucht als für A vorgesehen? Richtig, wir machen weiter mit A+, A++, A+++ ... WTF?
Impuls für meine WTF-Frage ist der Artikel auf orf.at: Die EU muß die bestehenden Energie-Label-Klassen nach oben hin erweitern. Obwohl ja absehbar war, daß "A" irgendwann nicht mehr reichen wird, hat trotzdem niemand zu Ende gedacht. Nun haben wir wieder mal eine unlogische, verwirrende Systematik mehr auf dieser Welt. Dabei wäre mit einfacher Mathematik, die jeder Grundschüler beherrrschen sollte (wenn nicht, gibts den Fachberater) alles klar und offen zu kennzeichnen.
Der Energieverbrauch sollte in Relation zu einem Basiswert angegeben werden, wobei man getrost Nummern verwenden kann. Was ist schlecht daran, ein Gerät, welches statt der fiktiven "Meßlatte" 20kWh/Monat nur 10kWh/Monat verwendet, mit dem Aufdruck "1/2" zu versehen? Bei einem Viertel des Verbrauches sind wir bei "1/4"... etc. Und weniger als 1/100 werden wir vielleicht nie brauchen. Auf jeden Fall sollte bei 1/999 Schluß sein können. Einfache Merkregel: Je größer die Zahl UNTER dem Bruchstrich, desto besser. Nach oben hin offen und sehr einfach.
Zudem: Wenn eine Klassifizierung "verkehrt" aufgebaut wird (also der natürlichen Sortierung entgegen), so ist die aufgesetzte "Weiterklassifizierung" in der normalen Sortierrichtung doppelt verwirrend. Zunächst ist A besser als B, obwohl es vor B kommt, aber ++ besser als +, weil es nach + kommt. Klar soweit?
Wie immer hätte man sich ein paar echte Experten leisten sollen und nicht nur irgendwelche Marketing-Fuzzies. Merke: Angewandte Mathematik bedeutet nicht immer gleich, daß es keiner versteht. Sind doch nur Symbole, aber sind halt schon ein paar Hundert Jahre älter als unsre besten Marketing-Strategien.
F.